Kreisfeuerwehrverband rät zu Rauchmeldern!

Geschrieben von Jan-Christian Voos. Veröffentlicht in Aktuelles

Pressemitteilung

LANDKREIS CUXHAVEN. Anlässlich eines Wohnhausbrandes in Neuenwalde, bei dem in der Nacht zu Samstag zwei Menschen starben, rät der Kreisfeuerwehrverband  Wesermünde e.V. zu Rauchmeldern.

Sie können Leben retten und sollten in jeder Wohnung installiert sein. Denn gerade Nachts zählt jede Sekunde, in der ein Brand eher bemerkt wird.

In Niedersachsen ist zwar derzeit eine Rauchmelderpflicht beschlossen, sie aufgrund von Übergangsvorschriften derzeit allerdings nur für Neubauten. Bestandsbauten müssen dann bis 2015 mit Rauchmeldern ausgestattet sein.
Und genau hier setzt die Empfehlung des Kreisfeuerwehrverbandes Wesermünde e.V. an: Er rät, nicht bis dahin zu warten, sondern schon jetzt auch Bestandsbauten mit Rauchmeldern auszustatten.

„Es kann jeden treffen“, weiß Kai Palait als Vorsitzender des Verbandes. „Die meisten Brandopfer verunglücken nachts in den eigenen vier Wänden. Tagsüber kann ein Feuer meist schnell entdeckt und gelöscht werden, nachts dagegen schläft auch der Geruchssinn.“ Die Opfer werden im Schlaf überrascht, ohne die gefährlichen Brandgase zu bemerken. Fast alle Brandtoten fallen nicht den Flammen, sondern den giftigen Rauchgasen zum Opfer. Sie entstehen während der Schwelbrandphase. Rund 95 Prozent der Brandtoten in Deutschland sterben an den Folgen einer Rauchvergiftung durch die geruchlosen Gase Kohlenmonoxid und Kohlendioxid - schon wenige Lungenfüllungen Kohlenmonoxid sind tödlich.

Deshalb räumt Rolf Thode aus Imsum als Leiter des Brandschutzabschnittes Cuxhaven-Nord auch mit den gefährlichsten Mythen auf: Wenn es brennt, habe man mehr als zehn Minuten Zeit, um die Wohnung zu verlassen – Das jedenfalls meine viele Menschen. „Irrtum“, sagt Thode. „Man hat durchschnittlich nur vier Minuten zur Flucht. Eine Rauchvergiftung kann sogar bereits nach zwei Minuten tödlich sein.“ Und auch die Auffassung, die Nachbarn oder die Haustiere würden schon rechtzeitig alarmieren ist eine gefährliche  Fehleinschätzung, wenn man nur zwei Minuten Zeit hat, ehe eine Rauchvergiftung tödlich verlaufen kann - besonders nachts, wenn der Nachbar schläft und das Haustier im Nebenzimmer ist. Die Auffassung „Wer aufpasst, ist vor Brandgefahr sicher" ist ebenfalls ein Irrglaube. Elektrische Defekte sind häufige Brandursachen. Auch Brandstiftungen im Keller oder Hausflur sowie ein Brand in der Nachbarwohnung gefährden jedermann ganz unverschuldet. Und auch die Meinung "Steinhäuser brennen nicht" lassen die  Feuerwehren im Kreisfeuerwehrverband Wesermünde so nicht stehen. „Das brauchen Sie auch nicht“, erläutert Abschnittsleiter Thode weite. „Schon die Gardine, die Tapete oder etwa 100 Gramm Schaumstoff - beispielsweise in der Couch - sind ausreichend, um eine tödliche Rauchvergiftung zu erzeugen.“

Bleibt noch der Mythos "Rauchmelder sind zu teuer": Auch hier entgegnen die Feuerwehren, denn ein Rauchmelder ist das beste Mittel zum vorbeugenden Brandschutz im eigenen Haushalt. Täglich sterben in Deutschland zwei Menschen bei Bränden. „Wieviel ist uns dann eigentlich das Leben wert, wenn ein Rauchmelder weit unter 100 Euro zu haben ist“, so Thode weiter. Brandgefahren sind nach Auffassung des Kreisfeuerwehrverbandes Wesermünde e.V. nie zu unterschätzen: Rund 600 Menschen sterben jährlich in Deutschland an Bränden, die Mehrheit davon in Privathaushalten. Ursache für die etwa 200000 Brände im Jahr ist aber im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht nur Fahrlässigkeit: Sehr oft lösen technische Defekte Brände aus, die ohne vorsorgende Maßnahmen wie Rauchmelder zur Katastrophe führen. Und Brände werden in Privathaushalten vor allem nachts zur tödlichen Gefahr, wenn alle schlafen, denn im Schlaf riecht der Mensch nichts. Tödlich ist bei einem Brand in der Regel nicht das Feuer, sondern der Rauch. Bereits drei Atemzüge hochgiftigen Brandrauchs können tödlich sein, die Opfer werden im Schlaf bewusstlos und ersticken dann.

Rauchmelder warnen rechtzeitig vor der Gefahr, noch bevor sich die tödlichen Rauchgaskonzentrationen gebildet haben. Der laute Alarm des Rauchmelders warnt auch im Schlaf
rechtzeitig vor der Brandgefahr und verschafft den nötigen Vorsprung, um sich und Ihre Familie in Sicherheit bringen zu können.

Kreisfeuerwehrverband
Wesermünde

Kreispressewart
Jan-Christian Voos
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